13. Mittelalterliches Burgfest Stettenfels – Ein Erlebnissbericht

 

Am Sonntag den 30.04.2017 trat ich zusammen mit meiner Freundin Gwenny eine Reise in die Vergangenheit an.
Die Burg Stettenfels lud zum 13. Mal ein, ins 15. Jahrhundert abzutauchen und zu Fühlen, Riechen und Schmecken, wie es in dieser rauen Zeit zuging.

Ich möchte euch von meinem Besuch auf der Burg erzählen.

Ab ins 15. Jahrhundert

Also lasst euch in die Zeit des 15. Jahrhunderts auf die trutzige Burg Stettenfels entführen.

Breit, mächtig und weithin sichtbar thront die Burg Stettenfels über Untergruppenbach. Keiner kann sie übersehen, der […] von Stuttgart aus nach Norden fährt oder sich von Heilbronn aus ostwärts in Richtung Löwensteiner Berge begibt.

Infotext der Burg Stettenfels

Nach etwas über einer Stunde Anfahrt mit dem Auto, erreichten wir die überaus großen Parkplätze, auf einem entfernter gelegenen Firmengelände. Von hier aus sah man schon, dass der wundervoll sonnige und angenehm warme Frühlingstag, viele aus ihren Häusern gelockt und zum Burgfest gerufen hatte.

Weit mehr, als zunächst von den Veranstaltern erwartet war, wie wir später feststellen durften.
Der Shuttlebus-Service der uns vom Parkplatz bis zur Burg tragen sollte, war im Laufe des Tages von vier Bussen auf zehn aufgestockt worden, um die Masse an Menschen ohne lange Wartezeiten zur Burg zu transportieren.

Visematente auf der Burg Stettenfels – Foto von TA.objective

Doch trotz allem mussten wir einen Moment auf den Shuttlebus warten, doch diese Zeit wurde uns versüßt, durch die Formatio Viesematente, die sich am Straßenrand aufgestellt hatten und uns mit ihren Liedern schon vor dem eigentlichen Mittelaltermarkt in Stimmung brachten.

An der Burg angekommen erwartete uns eine erneut lange, aber zügig voranschreitende Warteschlange, so dass wir schnell das Gelände betreten und komplett im 15. Jahrhundert abtauchen konnten.

Zwischen Händlern, Handwerkern und anderem Gesindel

Der Markt war überraschend weitläufig und erstreckte sich über das komplette Burggelände, so dass man von einem Ende der Heerlager kaum die Burg sehen konnte… Was allerdings auch an den dazwischen wachsenden Bäumen gelegen haben könnte.

Die Marktstände und Heerlager boten eine Vielzahl an verschiedenen Anblicken und Eindrücken. Man bekam einerseits die Verkaufsstände, wie man sie auf jedem Markt erwartet, also Kleidungshändler, Gürtel und Lederwaren, sowie Waffenhändler, aber auch allerlei ungewöhnliche Händler, die sich meist in den Heerlagern selbst versteckten.

Marktleben - Foto von TA.objective
Marktleben in den Heerlagern der Burg Stettenfels – Foto von TA.objective

Man kann generell sagen, das der Bereich der Heerlager und Marktstände sehr angenehm durchmischt war. Von allem war genug da und man wurde nicht alle zehn Meter von einer Fressbude oder Taverne zum Konsumieren genötigt.

Die Heerlager boten sehr schöne Anblicke, mit richtigem Lagerleben, und praktiziertem Handwerk. So brannten in den Lagern Feuer über denen gekocht, oder in deren heißer Glut Schmuck geschmiedet wurde. Ebenfalls gab es eine Feldküche, die aber vor allem von anderen Heerlagern besucht wurde.

Lasst die Falken fliegen

Ein Falke – Foto von TA.objective

Neben den Heerlagern gab es auf dem Gelände vor der Burg auch noch einen großen Turnierplatz, auf dem wir eine Show der Bielriet Falknerei miterleben durften. Nachdem uns die Vögel vorgestellt wurden, bekamen wir gezeigt, wie Falken jagen, und ihre Beute erlegen. Beeindruckend flogen die Greifvögel über unsere Köpfe und attackierten ein Ziel das der Falkner in der Mitte des Turnierplatzes durch die Luft schleuderte.

Neben Falken waren auch noch wunderschöne andere Greifvögel dabei, wie Adler und Eulen.

 

Ab in die Burg

Das Gelände um die Burg herum war schon beeindruckend und hätte so manchen anderen Markt bereits neidisch gemacht, aber das Mittelalterliche Burgfest zu Stettenfels bot noch weitaus mehr.

Über den tiefen Burggraben betraten wir die Burg und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. In jeder Ecke war etwas zu entdecken. Viele kleine und große Durchgänge waren geöffnet und boten den Besuchern die Möglichkeit die Burg so zu erkunden, wie sie es gerne wollten.

Einige der Durchgänge waren so versteckt, dass wir sie bei unseren Streifzügen durch die kompakt gebaute Burg nicht gefunden, oder wahrgenommen haben. Vielleicht, waren wir aber auch einfach diese Offenheit und Gastfreundschaft nach einem Jahr Mittelalter-Festivals anstatt kleiner Märkte, nicht mehr gewohnt.

Der Gewölbekeller, tief unten in der Burg – Foto von TA.objective

Quer durch die Burg schlängelte sich ein Rundweg, der uns vom großen Burgtor bis hinunter in die tiefen dunklen Gemäuer der Burg und schließlich auch in den großen Gewölbe-Keller – das Reich der Folterknechte und Henkermeister – führte.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie meine Freundin Gwenny mich am liebsten mal bestrafen würde, wenn ich mal wieder etwas zu vorlaut bin, sollte den Scharfrichtern dort gut lauschen.

Denn neben den bekannten Folter- und Tötungspraktiken – wie den Galgen oder das Schlagbeil – wurden auch unbekannte Werkzeuge, wie ein „Instrument“ in das schlecht spielende Musiker eingeschnallt, wurden gezeigt.

Durch den Gewölbekeller kam man in den Burggraben, in dem Windgeschützt die große Bühne aufgebaut war. Hier spielten auch die Spielleute der Formatio Cantus Levitas.

Uhu – Foto von Nexor

Wieder in einem etwas versteckten Winkel, nämlich seitlich an der Bühne vorbei, um einen der kleinen runden Türme – durch die ich mich mit meinen 1,95m nur gebückt die Wendeltreppen hinunter laufen konnte – befand sich das Lager des Falkners.

Dort hatte man nochmal so viel Zeit wie man wollte, um die Vögel zu bestaunen und auch allerlei Interessantes über die Tiere zu erfahren.

Wunderschönes Elflein

Doch nicht nur Ritter, Bauern, Handwerker, Wikinger, Schotten und anderes Menschenvolk war auf dem Markt anwesend. Auch das kleine Volk hat ihre wohl größte Vertreterin geschickt.

Auf dem Gelänge tanzte und spielte eine schöne Elfe mit bunten Blasen, die zum träumen einluden. Und wenn sie mit den Flügeln flatternd ihren Wagen über die Wege vor der Burg zog, hinterließ sie zum Spaße der Kinder und jung gebliebenen einen ganzen Schwall an kleiner Träumerblasen aus Seife aus ihrem Wagen.

Die Elfe und ihre Träumerblasen – Foto von TA.objective

 

Unser Fazit

Abschließend bleibt uns nur noch zusagen, dass sich der Besuch mehr als nur gelohnt hat.

Sonntags, bei wunderschönem Wetter auf der Burg Stettenfels zu sein, war das Beste, was wir an diesem Wochenende hätten tun können.

Top Eintrittspreise, die für Gewandete sogar noch vergünstigt waren, wunderschöne Heerlager und überall etwas zu entdecken und erleben.

Wir freuen uns schon heute auf nächstes Jahr und hoffen auf ähnlich gutes Wetter.

Wenn ihr in aus der Nähe kommt, dann kann ich euch nur ans Herz legen, kommt vorbei, im Jahre 2018, zum 14. Mittelalterlichen Burgfest zu Stettenfels!

Eine glückliche Gwenny und ein glücklicher Nexor auf den Mauern der Burg

 

 

(Beitragsbild und einige Bilder im Beitrag mit freundlicher Genehmigung von TA.objective)

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