„Die Kammer“ in Frankfurt (am Main)

Am 27.10.2018 wars soweit. Nachmittags mitm Flixbus von Karlsruhe nach Frankfurt am Main getuckert, dort direkt am Bahnhof ins Frittenwerk und ein paar Pommes gemampft und dann ab zum Frankfurter „Das Bett“. Zehn Minuten vor Einlass stand ich in der Schlange. Der Grund meiner Bemühungen an diesem Tage war die Tour zum Release des vierten Albums „Season IV: S#me Things Wrong“ von Die Kammer. 

 

Romie

Zuerst jedoch widmen wir uns dem jungen Duo aus Frankfurt. „Romie“ nennen sie sich, bestehend aus Julia und Paula. Beide singen, spielen Gitarre und beherrschen auch diverse andere Instrumente wie die Ukulele, das Bass und das Tambourin. Der Gesang widmet sich primär den Höhen, in seiner Stimmung sehr mystisch, harmonisch, lieblich. Obwohl es mich normal eher zu den harten Bereichen des Metal zieht, muss ich sagen, konnte man sich das wirklich gut anhören. Es war einfach stimmig, charismatisch und bodenständig. Und im Vergleich zur Vorband, die mir in Erinnerung umherschwirrt, „Meyster Singer“ diese waren 2014 zum zweiten Albumrelease dabei, war Romie ein voller Erfolg. Ich drücke fest die Daumen, dass deren Albumproduktion glückt.

 

Die Kammer

 

Die Gastgeber des Abends, „Die Kammer“, eine Band rund um Marcus Testory und Matthias Ambre, lies nicht

 lange auf sich warten. Im Gepäck hatten sie ihr neues Album „Season IV: S#me Things Wrong“, welches ich mir auch bewusst erst am selben Abend kaufte, um es bestfalls objektiver bewerten zu können und nicht schon voreingenommen zu sein. Ich ziehe als Referenz immer das erste Album zu Rate, da ich dieses mit dem ersten Hören aufgesogen und mich verliebt hatte. Und „Season I – The Seeming and the Real“ ist in seiner Gesamtstimmung minimalistischer, depressiver anmutend und die Stimme des Marcus Testory ist gefühlt tiefer gehalten. Ich möchte hier allerdings nicht die Möglichkeit unterschlagen, dass, zumindest auf CD, auch die Aufnahmetechnik eine große Rolle spielen kann.

Allgemein könnte man es auch der Geschwindigkeit der Stücke zuschreiben, die im Schnitt schneller geworden sind im Vergleich zum ersten Silberling, wodurch es potentiell erschwert wird die Tiefen vollends auszuschöpfen. Um nun aber über die subjektiv empfunden fehlenden Tiefen der Stimme hinwegzukommen, darf man der lebendigeren Kammer zugute halten, dass sie nun „tanzbarer“ wurden. Bereits mit dem zweiten Album waren schwungvollere Lieder dabei, die die Stimmung gerade auch live im Zuschauerraum auflockern.

Zum Auftritt selbst: Es ist jedes Mal wieder ein Genuss Die Kammer live zu sehen. Was wie geplant läuft, läuft rund. Und wenn die Gitarrensaiten reißen, die Boxen versagen, die Lichter ausfallen, der Stuhl zusammenbricht oder die Welt untergeht, kriegen es die beiden Frontmänner mit ihrem Charme und Witz trotzdem jedes Mal wieder hervorragend hin mit dem Chaos zu arbeiten und das Publikum zu begeistert. So standen sie kurzerhand mitten in der Menge, um ihr Lied ohne Boxen zu performen, nachdem diese ausgefallen waren. Innerhalb des Konzerts schien Testory mehrfach mit der Halterung oder den Saiten seiner Gitarre im Clinch zu liegen. Doch jede Unwegsamkeit konnte ohne weitere Schwierigkeiten und mit einem verschmitzten Lachen weggefegt werden. 

Unterm Strich muss man Die Kammer einfach Mal gesehen haben. Das lohnt sich einfach. Und ehe jemand mit schlechten Ausreden um die Ecke kommt: Bei den Konzerten der Kammer rennen Menschen zwischen 5 und 80 Jahren herum, Menschen im Rollstuhl, Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung. Es gibt nichts, was in diesem Publikum keinen Platz hätte. Hier ist jeder willkommen und eingeladen zu einem rundum schönen, harmonischen, witzigen Abend!

Die Location

 

Ein paar Worte noch zur Location: Eine tolle Bühne hat das Bett zu bieten, dafür, dass der Laden selbst gar nicht so groß ist. Die Getränke haben einen humanen Preis und die zwei Damen hinter der Theke machten einen guten, sympathischen Eindruck, schienen wohlgelaunt und waren fix unterwegs. Einziges Manko, nicht an dem Abend, aber generell: Der Einlass ist bei schlechtem Wetter eine nasse Angelegenheit, da zwischen äußerer und innerer Türe nur zwei Meter liegen und in diesem Bereich Karten gekauft bzw Stempel verteilt werden. Die Warteschlange steht entsprechend komplett im Freien. Also bei Schlechtwetter – Schirm mitnehmen und bei 35°c ne Kappe für die Glatze.

Fazit

 

Abschließend darf ich sagen, dass der Aufwand für mich an diesem Wochenende recht groß war, am Sonntag frühmorgen bin ich auch schon mitm Flixbus zurückgefahren, um dann mittags wieder arbeiten zu gehen, doch ich reihe diese Veranstaltung, dieses Erlebnis zu jenen ein, die im Gedächtnis bleiben. Danke Marcus, danke Matthias, danke an die Kammer! Und danke an die Fans, die zu Konzerten fahren, die Bands supporten, die die Stimmung auf einem Konzert prägen. Und Danke an Vanessa für den Schlafplatz und das Geleit, war mirn Fest!

 

 

Borgongar

 

Setlist

 

Home of the wrong

How dare you

Line of last resistance

Mercy me

In dubio

Bedroom wars

Gunshot Residue

Gingerbread Heart

The Orphanage

Second Man on t#e Moon

The Invitation

Love for Life

Slipping around the corner

Carnival of the Peculiar

Some T#ing Wrong

Forced to Survive

Sedlaczek’s Attic

Sinister Sister

Mirror

 


Hörproben

 

Romie

I’ve forgotten how to sing

 

Die Kammer

Bedroom Wars

 


Bilderecke

 

 

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