Wenn die Erde ins Chaos stürzt: Darksiders III – Review

Der feurige Rat ruft Fury zu sich. Die hochmütige Schwester der apokalyptischen Reiter Tod, Krieg und Hader soll im Chaos des angehenden Weltuntergangs eine wichtige Aufgabe übernehmen. Die 7 Todsünden Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit konnten sich befreien und müssen nun wieder eingefangen werden. Fury willigt ein und macht sich auf die Suche. Auf der Reise begegnet sie vielerlei Gestalten, auch alten Bekannten. Doch in dem Chaos, das herrscht, fällt es schwer, zu unterscheiden, wer Freund und wer Feind und was Wahrheit und was Lüge ist…

Dieser Erschaffer hat eine ganz besondere Aufgabe für euch.

Darksiders III schließt direkt an die Vorgänger Darksiders (mit Krieg in der Hauptrolle) und Darksiders II (mit Tod in der Hauptrolle) an. Kurz kann man die vorherige Story zusammenfassen mit: Krieg wird für eine frühzeitige, nicht nach Plan laufende Apokalypse verantwortlich gemacht und Tod versucht, die Unschuld seines Bruders zu beweisen. Auch wenn es sich definitiv lohnt, die ersten beiden Teile vorher gespielt zu haben, ist es möglich, Darksiders III separiert zu spielen, da dieses Spiel einen eigenen Handlungsstrang in der Haupt-Storyline hat.

Und damit komme ich zum ersten Bewertungskriterium:

Die Story

Diese ist nicht unbedingt die tiefgründigste Story, die ich jemals in einem Spiel hatte; aber definitiv auch nicht komplett flach. Man beobachtet eine Charakterentwicklung von Fury im Verlauf des Spiels. Auch ein paar mehr oder wenige starke Plots sind eingearbeitet und eine optionale Aufgabe mit einer Entscheidung, die einem möglicherweise gar nicht so leicht fällt. Manchmal schien es mir jedoch, als würden einige Stränge ins Leere führen. Was mich etwas stutzig machte war, dass man sich hier von der Mythologie entfernte. Die restlichen Reiter müssten „Pest/Krankheit“ und „Hunger“ sein. Stattdessen sind es „Fury“ und „Hader“. Aber dies scheint sich mit der Story (was die Charakterentwicklung angeht) besser zu vereinen. Ich hatte etwas mehr erwartet, war jedoch nicht komplett enttäuscht. Deswegen gibt es 6/10 möglichen Schmetterlingen.

Immer mit dabei: unsere Beobachterin.

Die Atmosphäre

Diese ist gewohnt düster und manchmal ist der ein oder andere Schreck-Moment dabei. Teilweise wird eine bedrückende Stimmung erzeugt und der Soundtrack, von Jesper Kyd (auch bekannt für den Soundtrack von Assassin’s Creed II) untermalt die Atmosphäre perfekt. Deswegen 9/10 möglichen Schmetterlingen.

Der Sound

Kurz schon zuvor angesprochen: Der Soundtrack ist wirklich gut. Auch die generellen Geräusche im Spiel wirken sich meist positiv auf das Spielerlebnis aus. Jedoch nicht immer, weil das Spiel (zumindest am Anfang) mit einigen Performance-Problemen zu kämpfen hatte. Bild und Ton waren in den Cutscenes nicht synchron und manchmal überschnitt sich der Sound. Das wird jedoch mit den Patches behoben. Dennoch gibt es „nur“ 7/10 möglichen Schmetterlingen.

Die Grafik

Diese ist im gewohnten Comic-Stil der ersten zwei Teile gehalten. Zwar sieht man viel Copy&Paste, aber sie ist deswegen nicht schlecht, und sie passt zu den alten Teilen. Eine große Verbesserung zur HD-Version des Vorgängers gibt es jedoch leider nicht.  Dafür ist die Welt, in der man sich bewegt, unglaublich schön gestaltet. Interessante Details sind zu finden und die Gegner und vor allem die Bosse sehen wirklich toll und ihren Eigenschaften entsprechend aus. Leider kamen mir beim Spielen der ein oder andere Grafik-Bug in Quere, was mich dazu zwang, das Spiel neu zu starten. Dies wird zwar mit Patches nach und nach behoben, kam aber dennoch häufig vor. Ich vergebe 6/10 möglichen Schmetterlingen.

Trägheit, eine der sieben Todsünden, die wir besiegen sollen.

Zu guter Letzt …

Die Steuerung

Die Vorgänger hatten ein schnelles Hack&Slay-Kampfsystem, was hier durch ein etwas taktischeres Kampfsystem aus Combo- & Konter-Angriffen ersetzt wurde. Dies kann zwischenzeitlich zu einem Darksouls-Feeling führen, wenn man am Anfang des Spiels die Steuerung noch nicht perfekt beherrscht und von den Gegnern regelmäßig in den Ladebildschirm katapultiert wird. Nervig, gerade in Kämpfen, ist zudem das Einsetzen von Heilung (oder anderen Gegenständen zur Verbesserung o.Ä.), da dieser Vorgang ein bis zwei Sekunden dauert, in denen man zur Cast-Zeit keinen Schaden nehmen und nicht angreifen darf. Wenn man die Steuerung besser beherrscht, werden die Bosskämpfe einfacher, jedoch nicht lächerlich einfach. Man muss immer noch die Bosse und ihre Kampfphasen verstehen und jeder Boss ist anders zu bekämpfen. Die Balance fand ich persönlich sehr gut. Und für Fans, die das Hack&Slay von den alten Teilen vermissen, haben die Entwickler mit dem letzten Patch eine Wiedergutmachung mitgeliefert und so könnt ihr jetzt wählen, welcher Kampfmodus euch besser gefällt. Für mich eine große Aufwertung, deswegen vergebe ich 8/10 möglichen Schmetterlingen. 

Fazit: 

Das Spiel macht Laune, sobald man über die Frustmomente hinweg kommt. Es gibt wieder Rätsel zu lösen und spannende Kämpfe zu beschreiten. Doch nach einer wirklich tiefgründigen Story sucht man dann doch vergeblich. Die Plots sind nicht allzu stark, aber auch nicht schlecht. Das Feeling der ersten zwei Teile wird definitiv aufrecht erhalten. Wer also Teil I und II gut fand, wird an Teil III bestimmt auch Spaß haben, besonders weil man die Art des Kampfes nun selbst auswählen kann.

Story:

Atmosphäre:

Sound:

Grafik:

Steuerung:

Gesamt:

Darksiders III für PC, PS4 und Xbox One erhältlich.

Über Lenchen

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