M’era Luna: Ein schwarzer Traum in Hildesheim.

Nachdem ich schon die Befürchtung hatte, dass es dieses Jahr nichts mit Festivals wird und ich das Hammer-Line-Up bei Rock am Ring (es war wirklich ungewöhnlich gut!) nur auf Eins Plus verfolgen konnte, war es umso überraschender, dass es mit dem M’era Luna Festival geklappt hat. Eigentlich wäre ich ja viel lieber auf das Amphi Festival in Köln gegangen, da dort „Apoptygma Berzerk“ gespielt haben. Doch auch das hat nicht hingehauen. Einen Job mit gelegentlicher Wochenendarbeit zu haben, ist eben gelegentlich ein Fluch.

Recht kurzfristig konnten wir uns einer größeren Gruppe anschließen. Da ich am Freitag vor dem Festival auflegen musste, war die Anreise erst am Samstag möglich. Vollgepumpt mit Energy kamen wir recht unbeschwert am Festivalgelände an und auch der gefühlte 5 km lange Gewaltmarsch vom Parkplatz zu unserem Zeltplatz konnte uns nicht die Laune vermiesen. Festivalzeiiiiit 🙂

Der Einstieg

Nach intensiver Einverleibung von hopfigem „Gute-Laune-Saft“ und vergorenem Bienensekret machten wir uns auf zur Bühne, um „ASPs von Zaubererbrüdern“ zu sehen. Ich kannte das Akustik-Set schon vom WGT 2007 und auch diesmal war es wieder atemberaubend. Als Mittagsact natürlich viel zu kurz. Als nächstes stand für uns „Subway To Sally“ auf dem Plan. Nach einer zwischenzeitlichen Stärkung ergatterten wir relativ gute Plätze, die wir uns auch für die anschließende Performance von „Marilyn Manson“ sichern wollten.

Das Line Up des Mera Luna's 2014

Mein Highlight auf dem M’era Luna

Mein persönliches Highlight von „Subway To Sally“ war definitiv „Unterm Galgen“ – das habe ich noch nie live gehört und ist eines meiner absoluten Lieblingslieder von Eric Fish und Co. Manson danach war auch super, denn sein Konzert war eine Premiere für mich. Allerdings werde ich mich noch lange ärgern, dass ich „Personal Jesus“ verpasst habe, weil ich noch kurz auf dem Zeltplatz versackt bin. Aber solche Dinge passieren eben. Zum Abschluss des Tages traten „Within Temptation“ auf der Main Stage auf. Zugegebenermaßen ist das eine Band, mit der ich nicht viel anfangen kann. Die Kombination Metal plus Frauengesang liegt meinem Temperament anscheinend nicht, denn auch mit „Nightwish“ konnte ich mich noch nie so wirklich anfreunden. Wie dem auch sei – die Show war super und es war glaube ich das einzige Konzert, bei dem wir richtig weit vorne standen. Das Lana-Del-Rey-Cover hat mich auch ein wenig mit dieser Band versöhnt.

Nachdem die Nacht dann mit viel trashiger Musik, Alkohol und Tanzen durchlebt wurde, standen wir am Sonntag tatsächlich um Punkt 12.00Uhr im Hangar, um uns „Euzen“ anzusehen. Die Akustik war nicht gerade prickelnd, aber die Sängerin hat eine geniale Ausstrahlung und die Stimme bewegt sich irgendwo zwischen „Björk“ und „Maria Mena“. Ich möchte mir diese Band unbedingt noch einmal in einem schönen kleinen wohlklingenden Club ansehen – das muss Gänsehaut pur sein!

Wir verließen den Hangar wieder an die frische Luft und machten Party mit „Feuerschwanz“. Um 12.30Uhr mittags war es vor Main Stage schon so voll, wie ich es noch nie auf einem Festival um diese Uhrzeit gesehen habe. Aber zu Liedern wie „Wunsch ist Wunsch“ oder „Met und Miezen“ kann man auch einfach nur gute Laune haben. Nach dem Konzert standen die Mitglieder von Feuerschwanz sogar gute 10m von uns entfernt und ließen sich überhaupt nicht von Groupies und Schaulustigen stören. Coole Einstellung!

Solar Fake“ spielten danach im Hangar. Ein paar Lieder blieben wir dort. Auch hier war die Stimmung jetzt super. Parallel zu „Solar Fake“ traten „Darkhaus“ auf der Main Stage auf. Da ich diese Band noch nicht kannte, marschierten wir dorthin. Eine weise Entscheidung, denn ich glaube wer auf Apop und „Zeromancer“ steht, wird auch „Darkhaus“ lieben. Inzwischen habe ich mir deren Album gekauft – ein echtes Brett!

Der Fauxpas mit „Die Krupps“

An diesem Tag waren für uns noch „Deine Lakaien„, „Die Krupps„, „In Extremo“ und „Covenant“ Pflichtprogramm. Erstgenannte verzauberten uns wie erwartet mit einer schön melancholischen Performance. Unverwechselbar die charismatische Stimme von Alexander Veljanov. Danach unterlief uns der peinlichste Fauxpas des Festivals – aus einem für uns nicht nachvollziehbaren Grund verwechselten wir den Auftrittszeitpunkt von „Faun“ mit den „Krupps“. Gemütlich gingen wir zum Zeltplatz und bauten schon einmal alles ab. Dass in der Ferne eindeutig elektronische Musik lief, wurde einfach ignoriert. Okay, irgendwann kam es mir wirklich etwas zu laut vor, als dass es aus dem Hangar hätte kommen können. Und nachdem ich dann „To The Hilt“ erkannte, war alles klar. Bitter, bitter, bitter. Wieder einmal ein Verpeiler, der in die Geschichte eingeht. Zumal ich „Die Krupps“ nun schon ein zweites Mal auf einem Festival verpasst habe und sie dadurch noch nie wirklich gesehen habe.

Zu unserer Beruhigung dauerte das Einladen ins Auto ohnehin länger als gedacht. „Faun“ blieb uns also erspart.
Und dann? Aus Müdigkeitsgründen wohnten wir „In Extremo“ nur aus der Ferne bei – aber ich zumindest hatte sie eine Woche schon auf dem epischen Open-Air in Ludwigsburg gesehen, was sie gar nicht hätten toppen können.

 

Der Großteil unserer Gruppe wollte abends zu „And One“ – verständlich einerseits, aber da mich deren letzte Konzerte nicht gerade vom Hocker gerissen haben, ging ich zu Covenant. Und dieses Konzert war mein absolutes Highlight des Festivals. Die Stimmung war absolut bombastisch und die Energie im Hangar war spürbar. Danke für dieses beste Covenant-Konzert meines Lebens! Und zum krönenden Abschluss lieferten „And One“ noch eine äußerst anständige Restperformance – Top.

Mein Fazit

Trotz ständiger Regen- und Unwetterwarnung war das Wetter zumindest in der Zeit, in der ich dort war, spitze. Ok, am Sonntag hat es hin und wieder etwas getröpfelt. War aber verkraftbar. Schwarzes Publikum ist und bleibt einfach das angenehmste und friedfertigste Volk. Obwohl ich traurig bin, dass ich „Neuroticfish“, „DAF“ und „Die Krupps“ verpasst habe, habe ich doch viele schöne Konzerte gesehen und eine tolle Zeit mit netten Menschen verbracht.

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