Ryan,19 Beruf:Hacker

 

Bin Laden war gestern. Heute ist Ryan (19) für die Amerikaner ein Terrorist. Er hat den Zentral-Computer von CIA und FBI geknackt.

So stellt man sich einen Terroristen nicht vor: Traurige graublaue ­Augen und ein unschuldiges Schulbübchen-Gesicht. Doch der 19-jährige Ryan Cleary soll einer der gefürchtetsten Hacker der Welt sein.

Der junge Brite wurde am Dienstag in seinem Elternhaus in Essex verhaftet. Cleary soll der Kopf der Hacker-Gruppe «Lulz Security» sein. Diese drang in den letzten Wochen in das Netzwerk der CIA, des US-Senats, des FBI und namhafter Firmen wie Sony und Nintendo ein.

Die US-Regierung rea­gierte sofort und nannte die Aktionen einen kriegerischen Angriff auf die Vereinigten Staaten. Ob die Hacker auch an sensible Daten gelangten, wurde nicht kommuniziert.

Ein Einzelgänger

In einer gross angelegten Zusammenarbeit zwischen FBI und Scotland Yard kam man dem 19-Jährigen auf die Spur. Vor allem das Eindringen ins Netzwerk des Technologie-Konzerns Sony enttarnte den Computerspezialisten.

Zudem legte Lulz Security die Serious Organised Crime Agency lahm, die auch das FBI Grossbritanniens genannt wird. Nur wenige Stunden später schlugen die Fahnder zu.

Wer ist das mutmassliche Internetgenie, das selbst die Sicherheitsbarrieren des amerikanischen Geheimdiensts knacken kann? Rita Cleary (44), die Mutter des Verdächtigen, beschreibt ihren Sohn als Einzelgänger.

«Ryan ist besessen von seinem Computer und dem Internet. Seit Weihnachten verliess er unser Haus nicht mehr. Aus seinem Zimmer im Kellergeschoss kam er nur, um auf die Toi­lette zu gehen», sagt sie der «Daily Mail».

«Sein Leben führte er online»

Einmal die Woche durfte die Mutter das Zimmer betreten – um es sauber zu machen. Die Kommandozentrale des Hackers war spartanisch eingerichtet: eine alte Couch, ein Flachbildfernseher, Surround-Boxen, eine Klimaanlage um den Computer zu kühlen und natürlich ein Hochleistungscomputer mit zwei Bildschirmen. Darüber, zur Entspannung, ein Bild von zwei halb nackten Frauen.

«Sein Leben führte er nicht in der richtigen Welt, sondern online», sagt Ryans Mutter. Durch seine Online-Aktivitäten wird der 19-jährige Brite jetzt in die harte Realität gezerrt.

In Grossbritannien muss er sich wegen fünf Verstössen gegen das Computer-Missbrauchs-Gesetz verantworten. Erhärten sich die Verdachtsfälle im Zusammenhang mit der CIA und dem US-Senat, drohen Ryan Cleary bei einer Auslieferung sechzig Jahre Gefängnis.
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Quelle: Blick.ch

 

Giga.de schreibt weiter:

Nun meldete sich ein Mitglied der Hacker zu Wort. ‚Topiary‘, wie er sich selbst nennt, sagte ausdrücklich, dass Cleary nicht Teil der Gruppe sei. Es sei bisher kein Mitglied festgenommen worden. Er verhöhnte die Massenmedien, die nach wie vor im Ungewissen tappten über die wahre Natur der Hacker.

Auch sagte er, dass keines der Mitglieder Angst vor einer Verhaftung habe, da es sich bei den Hacks lediglich um Hinweise auf die dünne Sicherheitsstruktur der Unternehmen handelte. Dass dabei die persönlichen Daten von über 62.000 Leuten veröffentlicht wurden, wäre nicht die Schuld von LulzSec, sondern vielmehr die der Öffentlichkeit, genauer die der „Twitter-Horde“ selbst.

Cleary werden mittlerweile mehrere Delikte vorgeworfen. So outete er sich selbst schließlich als ehemaliges Mitglied der Hacktivisten Anonymous. Dabei scheint sein Ausscheiden eher unehrenhafter Natur gewesen zu sein, da er vor seinem Austritt das AnonOps Messageboard mit einer IRC-Attacke lahmlegte.

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Quelle: Giga.de

Über Nexor

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Nexor ist der Gründer des Chaotenhaufens genannt Zwischenwelten, ein Mittelalter-Fan, der gerne auf alten Burgen und auf Mittelaltermärkten umher streift.
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