Die Geschichte von Tubala: Kapitel 2 – Die Flucht (Teil 2: Unterhaltungen)

Kapitel 2: Die Flucht – Teil 2

Nun standen Sandria und Jarik mit gezogenen Waffen am Feuer und lauschten den Umgebungsgeräuschen. „Bleibt ruhig, die kommen nicht her.“, versuchte Sina die zwei zu beruhigen. In diesem Moment sprang ein kleiner Fuchs aus dem Gebüsch und rannte ins Dunkel. „Seht ihr, keine Wölfe hier. Es brennt ein Feuer und deswegen kommen sie nicht her.“, sagte Sina. Sandria und Jarik steckten ihre Schwerter weg und setzen sich wieder.

Jarik drehte weiter den Wolf über dem Feuer. „Sagt mal, Sandria, was hattet Ihr im Lazarett zu suchen?“, fragte Sina. Darauf antwortet Sandria: „Ich war Helferin der Wunden im Lazarett der Neutralen. Uns war es egal, von wo der Mensch kommt, Hauptsache sein Leid wurde gelindert. Und wenn es hieß, ihn bis zu seinem Tod schmerzlindernd zu versorgen. Naja, dann kamen Soldaten und haben uns festgenommen, die Augen verbunden und uns weg gefahren. Als man mir die Augenbinde abnahm, war ich in einer Zelle und nur Jarik befand sich gegenüber in einer anderen Zelle. Ihn braucht Ihr nicht zu fragen, denn er hat sein Gedächtnis verloren.“

„Was wisst Ihr denn über Euch, Jarik?“, fragte Sina. „Nichts.“, antwortete Jarik darauf. Sina stand auf, nahm ihren Dolch und schnitt den Wolf an. „Der braucht noch ein bisschen“, stellte sie fest. Und setzte sich wieder hin. Nach kurzer Zeit fiel Sandria auf, dass unter Sina ein Pfütze und etwas am Baumstamm hinunter gelaufen war. „Sina!“, ermahnte sie mit wütender Stimme, „Was habt ihr getan? Ihr seid doch viel zu alt um noch in Euren Rock zu machen!“ „Na und?“, antwortete Sina, „Den anderen Gästen war es egal, nur Ihr stört Euch dran. Es ist mein Leben und da kann ich machen, was ich will.“ Jarik blieb ganz ruhig. Er schaute nur erst Sandria dann Sina an.

„Übrigens…“, sprach Sina, nach nur einer kurzen Pause, „Habt Ihr was, mit dem ich meinen Wasserschlauch besser flicken kann? Der platzt ständig auf.“, Sina griff unter ihren Roch und holte einen leeren Wasserschlauch hervor. Jarik fing laut an zu lachen und Sandria schaute etwas irritiert. „Der Stachel eines Stachelschweins scheint nicht gerade geeignet zu sein, um so was zu nähen. Der Faden aus Gras ist auch nicht der stabilste.“, sprach Sina, “ aber ich gehe erst mal Wasser lassen, Ihr sagtet ja selbst ich sei schon zu alt um es in meinem Rock zu lassen.“ Jarik lag jetzt vor Lachen auf dem Boden. Sandria bekam ihren irritierten Blick nicht mehr los. Sina stand auf und verließ kurz die Gruppe. Jarik versuchte sich wieder so weit einzukriegen, um den Wolf wieder über den Feuer drehen zu können. Sandria hatte eine Lektion gelernt und sprach gleich die zurückkommende Sina an: „Wir müssten in eine Stadt gehen, um dort Nadel und Garn zu kaufen. Damit könnte ich Euren Wasserschlauch flicken.“

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Jarik und Sina unterhalten sich am Feuer

Sina nickte und schnitt wieder am Wolf herum. Diesmal gab es drei Portionen und sie liesen es sich schmecken. Sandria packte noch ein Brot aus, damit sie nicht nur das pure Fleisch essen mussten. „Mhhh toll Brot!“, sagte Sina freudig. Sie schien schon länger kein Brot mehr gegessen zu haben. Vom Wolf wurde fast das komplette Fleisch weggeputzt. Satt und zufrieden gingen sie in Richtung Schlafstätte. Sina hatte es da noch am besten, sie lag auf Stroh und hatte sogar eine Wolldecke zum zudecken. Sandria und Jarik mussten sich mit nur Stroh zufrieden geben. Als Sandria morgens aufwachte war Sina weg. „Jarik, wach auf!“, weckte Sandria Jarik aufgeregt: „Sina ist weg.“ „Hast du mal draußen nachgeschaut?“, fragte Jarik nur und stand langsam auf.

Sandria ging raus und dort saß Sina mit lauter Beeren und gegrillten Pilzen auf den Tellern. „Sagt mal, wieso habt Ihr Euch raus geschlichen?“, fragte Sandria gleich. Darauf antwortete Sina: „Das heißt ‚guten Morgen‘, Ihr müsst an Euren Manieren arbeiten. Ich hoffe Ihr habt Hunger. Ich habe schon Pilze im Feuer gemacht. Außerdem habe ich mich nicht raus geschlichen… Ihr habt nur fest geschlafen.“ „Euch hätte was passieren können!“, fauchte Sandria erregt. Sina antwortete nur: „Spielt Ihr Euch auf oder haltet Ihr Euch für meine Mutter?“ „Sina hat recht, es geht Euch nichts an, Sandria, sie ist schon lange genug allein.“, sagte Jarik noch auf dem Weg runter zum Feuer, „Danke für das Frühstück, Sina.“ „Gerne, mein Herr.“, antwortet Sina. Sandria war bedient und nahm auch einen Teller von dem schönen Frühstück.

Jarik sagte : „Sagt mal Sina, wieso heißt der Wald eigentlich Wolfswald? Nur wegen den Wölfen?“ „Ja.“, sagte Sina, „Nur wegen den Wölfen. Die meisten Menschen dürften noch nicht mal wissen, dass ich hier wohne. Dieser Wald wird in der Regel gemieden. Viele haben halt Angst vor den Tieren, die sie umbringen könnten.“ Kaum war der Satz beendet, hörten sie aus dem Wald: „Hier sind sie!“ Jarik zog sein Schwert, Sandria versuchte alles brauchbare schnell zusammen zu suchen und Sina zückte ihren Bogen mit den Worten: „Was wollt ihr hier?“ Als Antwort bekam sie nur einen Pfeil vor die Füße geschossen.

"The Archer" von ED-resources auf DeviantArt
„The Archer“ von ED-resources auf DeviantArt

Die drei konnten sehen, wie einige Soldaten aus dem Wald kamen. Jarik ging in Kampfstellung und meinte: „Sina, kommt Ihr mit uns? Denn ohne Flucht wird das nichts.“ Darauf erwiderte Sina nur: „Ich glaube die Soldaten lassen mir keine Wahl.“ Da kamen noch mehr Pfeile angeflogen. Jarik konnte sich hinter dem Tisch verstecken und Sina bekam die Pfeile wieder vor die Füße. „Jetzt reichts!“, rief sie und schoss einen Pfeil ab.
Der traf einen Bogenschützen, welcher auch gleich zu Boden ging. Jarik rief: „Sandria, habt Ihr alles?“ „Gleich!“, kam von Sandria nur als Antwort. Jarik kämpfte jetzt mit den Soldaten, die den Weg zu ihnen schon geschafft hatten.

Die Pfeile flogen nur zu den einzeln stehenden Personen, wie Sina oder Sandria. Sina erwiderte erfolgreich das Feuer. Es gingen alle fünf Bogenschützen zu Boden. Sandria sah, wie einer noch weg rannte. Jarik musste muss sich direkt gegen drei Soldaten erwehren. Er konnte nur noch parieren. Aus dem Wald kamen noch mehr Soldaten raus. Sina schoss weiter. Sie streckte ein paar Soldaten zu Boden, aber das reichte bei weitem nicht.

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