Kampf ums Überleben Tag 2

Tag 2

Ich erinnere mich nicht mehr daran weswegen ich aufwachte, war es die Kälte die mir in die Knochen kroch, die Sonne die den Mond und die Nacht vertrieben hatte, oder doch die leisen schlurfenden Schritte die meinen verstand schlagartig ins hier und jetzt holten, ich erinnere mich nur noch wie ich nach meinem Bogen griff, bereit damit zumindest zuzuschlagen, nicht das ich gegen eine Schusswaffe eine Chance gehabt hätte aber Kampflos oder gar im Schlaf würde ich mich nicht umbringen lassen.

Die schritte kamen näher und ich wagte kaum noch zu atmen, ich sah einen schatten auf den gegenüberliegenden Felsen, und musste fast lachen als ich die Silhouette eines Schweines erkannte.

 

„Du fängst früh an verrückt zu werden.“

 

Selbstgespräche waren doch das erste Zeichen oder nicht? Aber das war mir egal. Erleichtert legte ich den Bogen wieder beiseite und rieb mir den Nacken, ich hatte nicht wirklich gut geschlafen und spürte jeden Muskel in meinem Körper, harter stein sei Dank.

Ich verließ die geschützte Fels Nische und streckte und dehnte meinen Körper um die Steifheit loszuwerden.

Von dort wo ich mich verschanzt hatte, konnte ich die Straße sehen, zwar nur andeutungsweise und zu weit weg um einen Menschen zu erkennen, aber größeres würde ich sehen, auch wenn ich bezweifelte das es hier irgendwelche Fahrzeuge gab.

Ich hatte zwar einen Hangar entdeckt aber keine Landebahn. Nicht mal für einmotorige Flugzeuge.

Mit einem schulterzucken ging ich zu dem kleinen Rinnsal welches ich zwischen den Felsen am Vortag gesehen hatte, es reichte um die letzte Müdigkeit zu vertreiben und meinen Verstand klarer werden zu lassen.

Und meinen Durst stillte es auch.

Ich kämpfte die aufkeimenden Gedanken nieder warum und wieso ich hier war und wer dahinter steckte. Darüber konnte ich mir Gedanken machen wenn ich einigermaßen sicher war, aber noch war ich es lange nicht.

Auch wenn ich es nicht wollte, ich musste wieder ins offenere Gelände um Material zu sammeln und die Ruinen würde ich mir heute auch näher ansehen, zumindest die, welche hier in der nähe waren.

Ich schnappte mir den Bogen und die Pfeile welche ich gebastelt hatte und merkte mir markante Punkte um meinen notdürftigen Unterschlupf wieder zu finden eh ich mich auf den weg machte.

Meine Sinne waren aufs Äußerste angespannt, auch weil ich nicht wusste wie ich auf die Strahlung reagieren würde wenn ich ihr länger ausgesetzt werde.

Vermutlich war es nicht sehr gesund, aber welche Wahl hatte ich? Vorsichtig und immer auf der Hut nährte ich mich einem der beiden Häuser aus roten steinziegeln, zu meiner Überraschung gab es hier keine Radioaktivität, oder hatte ich mir das gestern doch nur eingebildet? Ich schüttelte den Kopf, ich wollte mich hier dennoch nicht länger als nötig aufhalten. Das Haus hatte keine Fenster und nur einige Holzbretter sollten wohl sowas wie ein Dach darstellen. Kaum genug Schutz gegen regen aber das sollte nicht mein Problem sein, denn ich fand etwas viel interessanteres, auf einer Europalette stand eine silberne Kiste mit Gelben streifen an der Seite, irgendetwas Seltsames ging hier vor.

Es war leicht die Kiste zu öffnen da sie nicht verschlossen war, etwas das meinen Argwohn nur noch mehr schürte, aber ich hörte nicht darauf, hier ging es um mein überleben und das hatte vor allem anderen Vorrang.

Ich fand etliche nützliche dinge darin, einen Beutel aus groben leinen, einen Schlafsack, verbände, Tabletten, seile, eine Axt, und Feuersteine was das feuermachen enorm vereinfachen würde, ich packte alles in den Beutels und warf ihn mir über die Schulter.

Die Kiste verschloss ich wieder sorgfältig und lauschte angestrengt, als ich sicher war, das ich nichts hörte schlich ich mich zu dem anderen Gebäude, was genauso aussah wie das erste. Seltsamerweise fand ich auch hier eine Kiste.

Ein zweiter Stoffbeutel lachte mich an, darunter Schuhe die von der Größe tatsächlich passen konnten, Thunfisch dosen, Bohnen, Nägel, ein Hammer, Papier, Stifte und Stoff, hastig stopfte ich es in den zweiten Beutel und machte mich schleunigst auf den Rückweg. Immer darauf bedacht das mir niemand folgte. Schüsse hatte ich seit gestern nicht mehr gehört, aber das musste nicht heißen dass ich in Sicherheit war.

Zurück an der Felsnische, begutachtete ich die Gegenstände genauer, es war schwer zu sagen was für ein mieses spiel hier jemand spielte und wieso ausgerechnet ich in diese Lage gekommen war und immer wenn ich versuchte mich an meine Vergangenheit zu erinnern hatte ich das Gefühl als würde mir jemand mit einem Vorschlaghammer auf den Kopf hauen.

Es war schon Nachmittag und ich überlegte wie ich am besten anfangen sollte mir eine bessere Behausung zu bauen, sicher ich hatte eine Axt und es gab genug bäume aber ich wollte nicht unbedingt auffallen und ein Baum der umfiel machte extrem viel lärm.

Um meine Kräfte zu schonen, beschloss ich für heute hier zu bleiben und da ich nun Papier hatte konnte ich alles aufschreiben, und auch einen Plan zeichnen wie ich einen Unterschlupf bauen wollte.

Das einzige was ich an diesem tag noch tat neben dem schreiben und genauerem inspizieren der Werkzeuge, mir mit dem Pfeil einen Hasen schießen. Wenigstens frisches Fleisch hatte ich. Und die Konserven konnte ich mir für einen Tag aufheben an dem ich weniger Jagdglück hatte.

Über Maraneya

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