Kampf ums Überleben

 
Tag 1
 
Als ich aufwachte hatte ich Kopfschmerzen und fühlte mich wie durch den Fleischwolf gedreht. Wirklich viel Kleidung hatte ich auch nicht am Leib, die Sonne stand hoch am Himmel und als ich es endlich schaffte mich umzusehen, stellte ich fest, dass ich an einem Strand war, völlig unbekannt und auch wenn ich ins Landesinnere blickte, kam mir nichts bekannt vor. Ich hatte weder irgendwelche Gegenstände bei mir noch etwas zu essen oder zu trinken und in der Ferne hörte ich Schüsse, das war nicht sehr verheißungsvoll.

Ich machte einige Schritte ins Wasser, um mich wenigstens etwas abzukühlen, ich fühlte mich als wenn ich Stunden in der prallen Sonne gelegen hatte… Das Wasser war wie zu erwarten salzig.

Wenigstens half das Wasser etwas gegen die Hitze, die meinen Körper zu schaffen gemacht hatte und da die Schüsse andeuteten, dass die Bewohner hier nicht unbedingt freundlich auf Fremde reagierten, war es wichtig sich einen sicheren Unterschlupf zu besorgen, was bedeutete weiter ins Landesinnere zu gehen. Auch musste ich unbedingt Trinkwasser und was Essbares finden wenn ich bei Kräften bleiben wollte.

Das Überlebenstraining, welches ich vor Jahren absolviert hatte, fing an in meinem Kopf Form anzunehmen. Es hatte sich so eingebrannt das ich genau wusste, was meine nächsten Schritte werden würden.

Ich hielt mich so gut es ging versteckt, suchte den Schutz der Bäume und kletterte in die Berge.

Nach einer Weile war ich auf eine Straße gestoßen, welche ich nicht aus den Augen ließ, aber auf der ich mich auch nicht vorwärts bewegte. Es war zu gefährlich.

Wenigstens fand ich auch trinkbares Wasser, welches meinen Durst stillte. Das Essen würde auf sich warten lassen müssen, vorerst zumindest.

Hin und wieder sah ich in der Ferne Gebäude, welche verlassen wirkten, aber das Risiko wollte ich noch nicht eingehen. Nicht so völlig unbewaffnet wie ich war.

Ich erschreckte mich fast zu Tode, als ich durch ein Gebiet lief und das Knistern und Rauschen eines Geigerzählers direkt in meinem Kopf zu hören glaubte; ich unterdrückte den Aufschrei und fasste mir ans rechte Ohr.

Dahinter spürte ich eine verschorfte Narbe…Wem auch immer ich ausgeliefert war, hatte mir irgendwas implantiert was auf Strahlung reagierte und mich warnte noch näher zu gehen.

Ich stellte schnell fest das ich auf einer Insel war und die Straße führte einmal im Kreis.

Ein blick Richtung Himmel zeigte mir, dass es Zeit wurde sich einen Unterschlupf zu suchen und das schnell. Ich bezweifelte das es hier nachts sonderlich warm bleiben würde.

Hastig fing ich an brennbares Holz zu sammeln. Es gab hier auch biegsames Holz aus dem ich einen Bogen basteln konnte, nur was ich für die Sehne nehmen sollte wusste ich noch nicht so genau, aber da würde mir schon etwas einfallen. Das tat es immer, ich hatte einen extrem ausgeprägten Überlebenswillen.

Ich schleppte meine Ausbeute zwischen die Felsen wo ich einigermaßen geschützt war und über mir auch Fels war um das Feuer zu verbergen, zumindest hoffte ich das, ich hatte die ganze Zeit über niemand anderen gesehen, aber das musste nichts heißen, immerhin hatte ich sie gehört.

Ich legte Steine im Kreis an Holz und Reisig in die Mitte und rieb den Stock zwischen meinen Händen bis das Feuer hell loderte.

Die Wärme tat gut und ich beobachtete den Rauch der sich zwischen den Felsen über mir entfernte, also klappte was ich vor hatte, nur der Feuerschein an sich konnte mich verraten, aber dieses Risiko musste ich eingehen. Der Hunger war schon schlimm genug, so dass ich meinen Körper nicht noch durch Kälte schwächen wollte.

Ich hatte einige grade Äste gefunden, aus denen ich Pfeile bastelte, mit einem Stein schärfte ich andere so gut es ging und mit Grasfasern befestigte ich sie so gut es ging.

Während meines Erkundens war mir ein Hühnchen über den Weg gelaufen welches mir Federn lieferte und auch Fleisch. Die Steine die es hier gab waren gut geeignet um geschärft zu werden, so dass ich wenigstens nicht zwingend auf ein Messer angewiesen war.

Während das Fleisch über dem Feuer brutzelte, arbeitete ich daran mir einen Bogen zu basteln, immer wieder testete ich ihn aus ob er auch biegsam genug war. Als ich fertig war, sah er nicht besonders schön aus aber er würde seinen Dienst tun. Die Pfeile stutzte ich auf die Größe, die ich brauchte und fertigte einige an. Dummerweise hatte ich nichts wo ich sie hinein tun konnte, aber auch hierfür fand ich eine Lösung, indem ich sie einfach mit dem Gras Geflecht aneinander flocht, ich hatte eh nicht vor mich auf einen Kampf mit gefährlichen Tieren einzulassen, Wölfe und Bären hatte ich schon gesehen. Aber auch Hirsche und Schweine, die einen deutlich einfachere Beute abgeben würden, als ein Bär oder ein Wolf.

Als das Fleisch endlich fertig war, machte ich mich mit Heißhunger darüber her. Es war so verdammt lecker auch ohne Gewürze, dass ich glaubte, nie etwas Besseres gegessen zu haben.

Gesättigt machte ich es mir so bequem, wie es auf dem felsigen Boden ging, um etwas die Augen zu schließen. Das Feuer glimmte nur noch leicht und würde für den Rest der Nacht genügen müssen.

Ich hatte glücklicherweise einen leichten Schlaf, so dass ich sobald ich etwas hören würde, aufwachen würde.

Wohl war mir nicht bei dem Gedanken hier so verwundbar zu liegen, aber ich brauchte den Schlaf genauso dringend und schlimmstenfalls würde ich hier nicht mehr aufwachen.

Über Maraneya

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