Schandmaul 31.10.2014 Rastatt – Unendlich Tour

Eigentlich in der Europahalle in Karlsruhe geplant, wurde das Konzert aufgrund von mangelndem Brandschutzes nach Rastatt in die BadnerHalle verlegt. Runa Rabenmutter (die Mutter vom Kopf der Zwischen-Welten) schenkte Nexor und mir, der Korrekturkrähe, daraufhin ihre Karten. Als echte „Rastatterin“ (Ich habe 20 Jahre dort gelebt, was man als „Wahlkarlsruher“ gerne leugnet) freute mich dies natürlich.

Am Konzertabend selbst kam Runa inklusive Tochter doch mit uns mit und ich konnte den Haufen bunter Narren von meinem Elternhaus aus fröhlich als „Navigationskrähe“ zur BadnerHalle navigieren. Das dauerte keine 10 Minuten. (Ach Rastatt du bist so schön klein und die Strecken sind so kurz…)

Es ist immer ein besonderes Gefühl hierher zurück zu kommen. Man glaubt jeden Winkel zu kennen und es stellt sich ein „Willkommen sein“ ein. Auch wenn mir diese Stadt früher zu klein zum träumen und leben war und ich einfach ausbrechen musste. Jedoch um „Rast zu machen“ – dafür ist es perfekt und ich sehe Rastatt gerne als meine persönliche „Rast-Stadt“ an.

Back to topic.

Angekommen an der BadnerHalle traf man sofort einige bekannte Gesichter der Szene. Vor allen Dingen Stammgäste aus den Szene Clubs der Region. Oder auch Personen die man zuvor noch nicht real gesehen hatte, wie „Sascha Psycomatic Hummel“, besser bekannt als „Rapkalibur“, für den ich bei einem Mittelalter Sampler – Verbündet II – das Cover gestalten durfte. Freute mich sehr, ihn persönlich zu treffen!

metnotstand-kraehe
Metnotstand im Märchenland

Um den trockenen Kehlen Abhilfe zu verschaffen fanden wir uns an der Taverne – Pardon – Bar ein. Typisch kleines & beschauliches Rastatt, hatte man nicht mit dem Ansturm an Karlsruhern gerechnet, so dass zu Beginn gleich ein paar Getränke ausverkauft waren. Met gab es, soweit ich mitbekommen habe, auch keinen. (Für mich persönlich nun kein Problem, ich trinke keinen Alkohol.)

Feuerschwanz

Die Vorband Feuerschwanz nahm dies zum Anlass, um sehr ernst gegen den „Metnotstand im Märchenland“ zu protestieren. Mit selbst gebastelten Schildern. Womit wir auch gleich beim Thema wären:

Ihren Auftritt begannen Feuerschwanz mit ihren klassischen Erkennungsmerkmalen: Auf die Bühne trat eine Mieze, die ein übergroßes Met-Horn in ihren Händen hielt. Sie heizten Rastatt gut ein und lieferten eine gute Show. Z.B. holten sie eine holde Maid aus dem Publikum auf die Bühne, die aufgefordert wurde, so zu tun als würde sie nicht auf Richard Hodenherz, einen der Sänger der Formation stehen. Eine schier unmögliche Aufgabe. Er besang sie auf einer Burg aus Pappe. Mit Herzluftballons und vielen anderen Tricks wurde versucht ihr „Herz im Sturm“ zu erobern. Ich glaube am Schluss hat er es mehr oder minder geschafft 😉

Neben dem ganzen Spaß und der guten Stimmung die Feuerschwanz so verbreiteten gab es auch einen kurzen, ernsten Moment. Auf der aktuellen Platte „Auf’s Leben“ ist ein Song der verstorbenen Mutter von Richard Hodenherz gewidmet. Dieser nennt sich „Auf Wiederseh’n“ und wurde ebenso an diesem Abend gespielt. Wer sich für weitere Hintergrundinfos zu diesem Song interessiert kann alles auf der Website vom Hauptmanns geilen Haufen nachlesen.

Ich muss sagen, dass Feuerschwanz auf der Bühne von einem Mittelalterlichen Phantasie Spectaculum besser gefallen und mehr mitreisen, als in der Halle. Dort draußen auf dem Markt herrscht eine ganz andere Atmosphäre, die solch verrückten Spielmännern zugute kommt. Also als Studioband und auf dem Markt: Top. Irgendwo ganz normal in einer Konzerthalle: Da fehlt irgendwie was.

Feuerschwanz Gastauftritt
Feuerschwanz Gastauftritt

Bei „Der Teufel …“ von Schandmaul, hatten Feuerschwanz einen erneuten Gastauftritt und boten die russische (im Original von Russkaja) sowie die englische (im Original von Fiddlers Green gesungen) Strophe des Liedes sehr gelungen dar.

Die Lichtshow

Da der werte Herr Nexor neben seiner Chef-Funktion bei den Zwischen-Welten noch hin und wieder als LJ unterwegs ist, richtet man als kleine Begleitkähe seinen Blick auch auf das Können anderer LJ´s. Für die Inspiration oder um zu sehen, was sie anders machen. Leider war die Lichtshow bei Feuerschwanz nicht ganz so toll. Die bei Schandmaul hingegen war bombastisch. Der LJ war mit Herz und Verstand bei der Sache und hatte sichtlich Spaß dabei, die Songs entsprechend mit Licht zu untermalen. Das reist einen beim Zusehen wunderbar mit.

Nach Feuerschwanz gab es eine kurze Umbaupause, die wir nutzen, um etwas weiter an die Bühne vor zu gelangen, auch um besseren Sound zu erhaschen. Man möge uns verzeihen, dass wir aufgrund des zuerst nicht so idealen Standortes keine Bilder von Feuerschwanz zu zeigen haben.

Schandmaul

Schandmaul traten endlich auf die Bühne. Ihr Bühnenbild wurde untermalt von 3 Bannern, auf welchen zwei Krähen und ein Falke zu sehen waren. Wenn das mal nicht passend war, für die Krähe und den Falken (Nexor) im Publikum.

Schandmaul
Schandmaul

Setlist?!

Gespielt wurde eine gelungene Mischung aus den neuen und den alten Songs. Die komplette Setlist von Schandmaul bekomme ich nicht mehr zusammen, die Reihenfolge so oder so nicht… Aber hier mal alles, was ich mir merken und anderweitig zusammenkratzen konnte:

  • „Euch zum Geleit“
  • „Kaspar“
  • „Vogelfrei“
  • „Hofnarr“
  • „Mit der Flut“
  • „Teufelsweib“
  • „Pakt“
  • „Auf hoher See“
  • „Dunkle Stunde“
  • „Walpurgisnacht“
  • „Willst Du“
  • „Dein Anblick“
  • „Der Teufel …“
  • „Bunt und nicht braun“

Ein paar Gedanken zu ein paar Songs:

„Euch zum Geleit“ ist ein Song mit ebenso ernster Thematik wie „Auf Wiederseh’n“. Jedoch wird hier versucht neben der Trauer eine positivere Sicht auf den Verlust eines Menschen zu lenken. Wer mehr zu den Hintergründen erfahren möchte kann sich dieses Videointerview ansehen. Live ging der Song unter die Haut und trieb sogar unserem Zwischen-Welten-Chef das Pipi in die Augen.

„Walpurgisnacht“ ist für mich ein persönlicher Klassiker, der immer wieder auf dem Veitstanz in einem Karlsruhe Szene-Club läuft 😉 Gut tanzbar, ob auf dem Konzert oder im Club!

„Willst Du“ & „Dein Anblick“ hat mir der werte Nexor 4 Jahre lang vorgesungen. Dem ist nun nicht mehr so, aber ich freue mich einfach über die Zeit, in der dem so war.

Puh… bevor ich euch weiter mit langweiligen Gedankensnippets zu den jeweiligen Songs nerve… (Ihr könnt ja die Songs selber hören, die Lyrics selbst lesen und habt einen eigenen Kopf…) Machen wir einfach weiter im Text.

Auf diesem Video sieht man gut, wieviel Spaß der LJ bei seiner Arbeit hatte:

Mit kleinen Hörbucheinlagen in (Zwischen)Welten-Sphären

Der Geschichtenerzähler
Der Geschichtenerzähler

Zwischendrin gab es noch „Hörbucheinlagen“. Mit ihnen wurden ältere Songs angekündigt.
Man löschte das Licht – für Hörbücher muss man nichts sehen – und um an diese „ollen Kamellen“ zu kommen, begaben wir uns über knarzende Treppen und/oder Leitern in den Bug eines Schiffes. Dort kramten aus einer alten, mysteriösen Kiste – deren Deckel sich mit einem lauten Knarren öffnete – diverse Songblätter die im Nebel aus dieser Kiste schwebten und uns die Songs vorgaben…

Gefiel mir persönlich ziemlich gut.

Ich hätte mir dabei nur ein paar Zwischenrufe weniger gewünscht, um sich mehr auf die Erzählung einlassen zu können.

Allgemein macht es sehr viel Spaß, lediglich der Stimme des Frontmanns zu lauschen, da diese einen wunderbaren Erzählcharakter hat und ihr viel Gefühl und Kraft innewohnt. Egal ob als Hoffnungsträger, Überbringer von Lebensweisheiten oder als Erzähler von Kindergeschichten. Mich hat sie in ihren Bann gezogen.

Auch gaben Schandmaul einen Song aus „Schandmäulchens Abenteuer“ zu ihrem Besten. Es wurde vorher diplomatisch abgestimmt, ob wir ihn denn auch hören wollen. Natürlich – erwachsen sein kann jeder. Erinnern kann ich mich leider nicht mehr so wirklich was es war. Ich glaube es ging um Piraten 😉

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Ein ausgelassener Nexor und eine erblondete (oh my…) Korrekturkrähe im Publikum

Wenn man den Abend über nicht schon von sich aus mittanzte und feierte wurde man durch kleine sportliche Einlagen dazu gebracht, sich zumindest ein bisschen aus der Starre zu befreien und zu lockern. So wurden wir bei einem Song(Vogelfrei? Leb?) dazu aufgefordert, uns hinzuknien um dann umso höher springen zu können.

Das Publikum war für seine Größe generell sehr dankbar und feierte gut mit.

Nach der Show kamen die Bands raus – Feuerschwanz gleich zu Beginn, Schandmaul nach einer kurzen Pause in der sie sich kurz von ihrem Auftritt frisch machten – um sich mit den Gästen zu unterhalten. Was nicht nur an der beschaulichen Größe von Rastatt lag, sondern immer ein Feature ist. Toll, dass eine Band ihren Fans noch so greifbar ist und sich um diese bemüht!

Nicht nur die beiden genannten Bands waren anwesend, auch haben wir (zumindest) Teile von Saltatio Mortis ausfindig machen können.

Für mich war es auch ein toller Anlass die BadnerHalle mal abseits von Karnevalsveranstaltungen, Abi-Feiern und Abschlussbällen kennen zu lernen. Sprich sie auch mal im „krähischen Sinne“ zu erleben.

Hier noch ein anderer, etwas sachlicher Blogartikel, mit tollen Fotos zu selbigem Konzert.

The End

Ich hoffe meine kleine Zusammenfassung hat euch gefallen.
Und wer korrigiert nun die Korrekturkrähe?
Das bleibt wohl euch treuen Bloglesern überlassen. Also schreib mir in die Kommentare, wenn ihr Fehler / Anregungen / Ergänzungen und / oder konstruktive Kritik habt!
Oder wart ihr vielleicht sogar selbst auf dem Konzert und möchtet etwas zu diesem Beitrag beisteuern oder ergänzen? Immer her damit =)

Über Crowness

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