Die Geschichte von Tubala: Kapitel 2 – Die Flucht (Teil 4: Nach dem Sturz)

Sandria wurde von der Fallgeschwindigkeit unter die Wasseroberfläche gedrückt. Der Aufprall schmerzte heftig. Sie versuchte nach oben zu kommen.
Sie hatte Panik, große Panik. Vor allem, weil sie viel Wasser verschluckt hatte. Also schwamm sie schnell hoch an die Oberfläche. Als sie an der Oberfläche war, holte sie tief Luft. Das Wasser sprudelte in ihrer Lunge. Sie musste husten und wusste nicht, was zuerst kommen sollte – atmen oder husten.
Unweigerlich versuchte sie in ihrer Panik zu atmen, was immer wieder durch Husten unterbrochen wurde. Sie hustete das Wasser aus ihrer Lunge wieder heraus. Sandria versuchte sich zu orientieren, sah aber nur einen grau-weißlichen Schleier. Kein Ufer, kein Jarik und erst recht keine Sina.

Wo waren sie nur?
Das letzte woran sie sich wirklich erinnern konnte, war, dass sie in den Fluss gerutscht war. Anschließend wird die Erinnerung schwarz.
War sie bewusstlos geworden? Das konnte sie nicht beurteilen. Sie versuchte weiter etwas wahrzunehmen. Dort vorne sah sie etwas… Dort war tatsächlich Ufer!
Sie schwamm langsam aber stetig dorthin. „Wenn ich angekommen bin, kann ich mich umschauen, wo Jarik und Sina sind.“, dachte sie sich. Plötzlich merkte sie Boden unter den Füßen. Endlich! Ab hier konnte sie laufen. Sandria stapfte langsam und sehr schwankend in Richtung Ufer. Als sie kein Wasser mehr an den Füßen spürte, ließ sie sich fallen. Sie musste immer noch nach Luft schnappen und stark husten. Sie saß halb liegend auf die Arme gestützt, so dass der Oberkörper erhöht war.
tubala-kapitel-2-wasserfallLangsam wurde das Rauschen des Wassers klarer. Der grau-weißliche Schleier zog sich auch immer weiter zurück und gab ihr die Sicht frei. Jetzt wurde ihr erst merklich schwindelig. Die ganze Erde drehte sich. Sandria lies sich flach auf den Rücken fallen. Der Hustenreiz war fast komplett verschwunden. Sie musste nur noch leicht husten. Die Panik legte sich nach und nach.
Sie wollte sich nur noch orientieren und nach den anderen zwei Ausschau halten. Also rappelte sie sich wieder auf. Das klappte aber noch nicht so ganz. Sie hatte einfach keine Kraft. Durch eine Drehung ihres Kopfes versuchte sie mehr wahrzunehmen. Sandria sah den Wasserfall, das Ufer, einige Bäume und Wiese. Keine Spur von Sina oder Jarik.

Langsam bemerkte sie, dass sie bis zum Oberkörper noch im Wasser lag. Sie versuchte sich wieder aufzusetzen. Diesmal gelang es ihr. Dadurch konnte sie sich auch richtig umsehen. Es war schön hier. Ein wenig wärmer als in der Klamm. Ein kleiner See, in dem der Wasserfall endete. Viel Wiese und ein Waldrand waren zu sehen. Vom See führte ein Fluss weiter.

Plötzlich sah sie einen Mann aus dem Wasser kommen. Ein ganzes Stück von ihr weg. Er hatte ein kleines Mädchen auf dem Arm.
„Jarik! Jarik! Seid Ihr es?“, rief sie. Doch er reagierte nicht darauf.
Am Ufer angekommen brach der Mann zusammen und rutschte zur Seite weg. Sie spürte plötzlich eine große Kraft in sich aufkommen, raffte sich auf und lief los. Bei den beiden angekommen bestätigte es sich, dass es sich um Jarik und Sina handelte. Jarik lag flach auf dem Boden. Es brodelte bei jedem Atemzug und er versuchte zu husten. Sandria drehte ihn zur Seite und prompt quoll ein großer Schwall Wasser aus ihm heraus.

Sina hingegen blieb regungslos liegen.
„Oh mein Gott“, dachte Sandria sich. „Ob sie tot ist?“
Sandria kniete sich neben Sina. Es sah fast so aus, als würde sie schlafen. Was sie erblickte lies sie erschrecken. Eine Platzwunde an Sinas Kopf.
„Oh Gott – nein!“, entfleuchte es Sandria. Sie hob Sina an, um das Wasser aus der Lunge zu bekommen. Der Kopf war noch auf dem Boden, den Rest des Körper hob sie mit den Füßen in die Höhe. Als kein Wasser mehr nach zu kommen schien, legte sie Sina wieder hin.
Sandria horchte nach Jarik, der weiter hustete. Im erging es besser als Sina.
Was sollte sie nur mit ihr tun? Sina war schon blau angelaufen, was Sandria nur noch ratloser machte. Sie drehte Sina auf die Seite. Plötzlich nahm sie Atemgeräusche von ihr wahr. Vorsichtig drehte sie Sina wieder auf den Rücken und achtete dabei sehr drauf, dass Sina weiter atmete. Als Sina auf dem Rücken lag schaute Sandria ihr noch mal ins Gesicht. Die blaue Farbe war jetzt auf dem Rückzug. Aber sie verlor immer noch Blut. Sandria versuchte etwas in der Umgebung zu finden, sie sah aber nichts nützliches. Also riss sie Stoff von ihrem Rock ab.

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Bild von LubelleCreativeSpark

Dies drückte Sie Sina an den Kopf um die Blutung zu stillen. „Sina“, sprach sie: „antwortet mir, es wird alles wieder gut, ich verspreche es euch. Hört Ihr, es wird alles wieder gut.“ Sichtlich den Tränen nahe kniete sie jetzt neben Sina. Jarik drehte sich plötzlich auf den Rücken. Er schaute Sandria an: „Seid Ihr es, Sandria?“ „Ja, mein Herr ich bin es.“, gab Sandria zur Antwort. Darauf sprach Jarik: „Ich kann jetzt leider nichts mehr für Sina tun. Es liegt in euer Hand, meine Liebe. Gebt euer Bestes.“

Darauf musste Sandria weinen. Sina gab außer einer flachen Atmung weiterhin kein Lebenszeichen von sich. Plötzlich bemerkte Sandria einen Schatten auf dem Boden. Eine Krähe kreiste über ihr. Für Sandria bedeutete dies nichts Gutes. Krähen fressen Aß und Aß bedeutet Tod. Sie machte sich große Sorgen um Sina. Ein weiterer Stofffetzen aus ihrem Rock folgte. Denn der andere war schon blutdurchtränkt. Außer abzuwarten konnte sie nun nicht mehr tun. „Lieber Gott, beschütze Sina, sie hat noch ihr Leben vor sich und wird viel erreichen.“, gab sie als Gebet von sich.

Plötzlich hörte sie das Schnauben eines Pferdes hinter sich. Sie drehte sich um und sah einen Mann auf sich zu kommen. Er hatte ein Schwert an seinem Gürtel, welches er mir der Hand so fest hielt, dass er es in Sekundenschnelle hätte herausziehen können.

 

Über Stefanowitz

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Wer bin ich? Was mache ich? Bei den Zwischen Welten intensiv dabei ansonsten häng ich oft beim Roten Kreuz oder beim ADAC ab
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